Im späten Mittelalter bereisten Europäer aus den unterschiedlichsten Gründen die Regionen Süd- und Südostasiens und berichteten nach ihrer Rückkehr von ihren Erlebnissen.1 Unter ihnen war der venezianische Kaufmann Niccoló de Conti, der zahlreiche Orte der indischen und südostasiatischen Welt zu Beginn des 15. Jahrhunderts besuchte.2 Sein Reisebericht zeichnete der päpstliche Privatsekretär und Humanist Poggio Braccolini auf.3 Der Tiroler Kaufmann Balthasar Springer unternahm Anfang des 16. Jahrhunderts im Auftrag der Welser eine Indienfahrt.4 Nach seiner Heimkehr fertigte er selbst einen Bericht seiner Reise an.5 Duarte Barbosa war ein portugiesischer Seefahrer der im Auftrag Spaniens Anfang des 16. Jahrhunderts zu Entdeckungsreisen in den indischen und südostasiatischen Raum aufbrach.6 Von seinen Länderbeschreibungen existieren einige Übersetzungen und spätere Ausgaben. 7 Der portugiesische Originalbericht scheint Barbosa zeitnah zu seiner Reise selbst verfasst zu haben.8

 In der Artikelreihe: „Die Wahrnehmung der „Anderen“ in den europäischen Reiseberichten des späten Mittelalters“ werden in zwei Teilen (Siehe Teil I) diese Quellen nach wertenden und subjektiven Aussagen ihrer Autoren gegenüber den indigenen Bevölkerungen untersucht. Read the rest of this entry »

  1. Vgl. Knefelkamp, Ulrich: Europäisches Weltbild und Geschichtsschreibung über außereuropäische Kulturen, in: Weltbild und Realität. Einführung in die mittelalterliche Geschichtsschreibung, hrsg. von Ulrich Knefelkamp, Pfaffenweiler 1992, S. 149-156.
  2. Vgl. Knefelkamp, Ulrich: Das Indienbild in Reiseberichten des Spätmittelalters, in: Die Begegnung des Westens mit dem Osten. Kongressakten des 4. Symposiums des Mediävistenverbandes in Köln 1991 aus Anlass des 1000. Todestages der Kaiserin Theophanu, hrsg. von Odilo Engels u. Peter Schreiner, Sigmaringen 1993, S. 109.
  3. Vgl. Reichert, Folker: Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter, Stuttgart 2001, S. 171.
  4. Vgl. Reichert, Erfahrung der Welt, S. 176.
  5. Ebd. S. 177.
  6. Vgl. Stanley, Henry E. J.: Translators Preface, zitiert aus: A Description of the Coasts  of East Africa and Malabar in the Beginning of the Sixteenth Century, by Duarte Barbosa, A Portuguese, hrsg. von Henry E. J. Stanley (Hakluyt Society), London 1866, S. 5-9.
  7. Vgl. Stanley, Translators Preface, S. 1-7.
  8. Ebd. S. 1-7.
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Im späten Mittelalter bereisten Europäer aus den unterschiedlichsten Gründen die Regionen Süd- und Südostasiens und berichteten nach ihrer Rückkehr von ihren Erlebnissen.1

Unter ihnen war der venezianische Kaufmann Niccoló de Conti, der zahlreiche Orte der indischen und südostasiatischen Welt zu Beginn des 15. Jahrhunderts besuchte.2 Seinen Reisebericht zeichnete der päpstliche Privatsekretär und Humanist Poggio Braccolini auf.3 Der Tiroler Kaufmann Balthasar Springer unternahm Anfang des 16. Jahrhunderts im Auftrag der Welser eine Indienfahrt.4 Nach seiner Heimkehr fertigte er selbst einen Bericht seiner Reise an.5 Duarte Barbosa war ein portugiesischer Seefahrer der im Auftrag Spaniens Anfang des 16. Jahrhunderts zu Entdeckungsreisen in den indischen und südostasiatischen Raum aufbrach.6 Von seinen Länderbeschreibungen existieren einige Übersetzungen und spätere Ausgaben. 7 Der portugiesische Originalbericht scheint Barbosa zeitnah zu seiner Reise selbst verfasst zu haben.8 Read the rest of this entry »

  1. Vgl. Knefelkamp, Ulrich: Europäisches Weltbild und Geschichtsschreibung über außereuropäische Kulturen, in: Weltbild und Realität. Einführung in die mittelalterliche Geschichtsschreibung, hrsg. von Ulrich Knefelkamp, Pfaffenweiler 1992, S. 149-156.
  2. Vgl. Knefelkamp, Ulrich: Das Indienbild in Reiseberichten des Spätmittelalters, in: Die Begegnung des Westens mit dem Osten. Kongressakten des 4. Symposiums des Mediävistenverbandes in Köln 1991 aus Anlass des 1000. Todestages der Kaiserin Theophanu, hrsg. von Odilo Engels u. Peter Schreiner, Sigmaringen 1993, S. 109.
  3. Vgl. Reichert, Folker: Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter, Stuttgart 2001, S. 171.
  4. Vgl. Reichert, Erfahrung der Welt, S. 176.
  5. Ebd. S. 177.
  6. Vgl. Stanley, Henry E. J.: Translators Preface, zitiert aus: A Description of the Coasts  of East Africa and Malabar in the Beginning of the Sixteenth Century, by Duarte Barbosa, A Portuguese, hrsg. von Henry E. J. Stanley (Hakluyt Society), London 1866, S. 5-9.
  7. Vgl. Stanley, Translators Preface, S. 1-7.
  8. Ebd. S. 1-7.
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In diesem Artikel sollen die städtebaulichen Entwicklungsprozesse der römischen Stadt Tarraco, gelegen in der römischen Provinz Hispania Citerior, von der Gründungsphase bis in die Spätantike,  überblicksartig skizziert werden.1

Die Stadt Tarraco2 (heute: Tarragona), die „an der Ostküste der iberischen Halbinsel, zwischen der Mündung des Iberus und den Höhen der Pyrenäen“3 gelegen war, kennzeichnete die Lage auf einem Kalksteinfelsen, der umringt war von der fruchtbaren Ebene des Campo, die für „Oliven-, Wein- und Obstanbau geeignet“4 war. Auf der westlichen Seite stieg der Felsen in terrassenförmigen Ebenen zu den Hafenanlagen und zum Mittelmeer hinab, während er auf allen anderen Seiten steil abfiel. Westlich des Stadthügels befand sich der Tulcis-Fluss (heute: Francolí-Fluss), der in das Mittelmeer mündete. Read the rest of this entry »

  1. Anm.: Der Forschungsstand dieses Artikels beläuft sich auf August 2011.
  2. Anm.: Einem iberischen Münzfund aus dem 3. Jhr. v. Chr. zufolge hieß die Stadt auch „Tarakon“, in der lateinischen Literatur finden sich auch die Namen „Tarracon“, „Tarracona“ und „Terracona“, bis sich der Name Tarrcaco ab der Verleihung des Kolonialranges durchsetzte. Vgl. Alföldy, G.: s.v. Tarraco, in: RE Suppl. 15 (1978). S. 578 u. 593.
  3. Siehe Panzram, S.: Stadtbild und Elite. Tarraco, Corduba und Augusta Emerita zwischen Republik und Spätantike. Stuttgart 2002. S. 23.
  4. Vgl. Alföldy in: RE Suppl. 15 (1978). S. 580.
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Bereits zum zweiten Mal veranstaltet das TOLETUM – Netzwerk zur Erforschung der Iberischen Halbinsel in der Antike vom 21. bis zum 22. Oktober 2011 einen interdisziplinären Workshop in Hamburg, bei dem neueste Forschungsergebnisse von Historikern, Klassischen und Provinzialrömischen Archäologen sowie Bauforschern und Klassischen Philologen im Warburg-Haus zusammengetragen und ausgiebig diskutiert werden.

Das diesjährige Programm kann auf der TOLETUM Website unter www.toletum-network.com bzw. direkt unter diesem Deeplink eingesehen werden. Dem Workshop geht am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 ein Festvortrag von Prof. Dr. Rosa Sanz Serrano (Universidad Complutense Madrid) mit dem Titel: “Hydatius und der Einfall der Barbaren in Hispanien” voraus. Der Vortrag findet am Archäologischen Institut der Universität Hamburg statt und bildet den Eröffungsauftakt der neuen Ausstellung: „Tempus Barbaricum. El Imperio y las Hispanias al final de la Antigüedad“ / „Das Imperium Romanum, die Iberische Halbinsel und das Ende der Antike“.

Weitere Infomationen unter www.toletum-network.com/blog

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Deiche und ihre Erhaltung und Bewirtschaftung stellen seit jeher eine konfliktreiche Angelegenheit dar. Aus dem repräsentativen Beispiel, der Ortschaft Twielenfleth, gelegen in der Ersten Meile des Alten Landes, kennen wir solche Streitigkeiten um die Zuständigkeiten der Deichbewirtschaftung aus dem späten 17. Jahrhundert. Die in Auszügen vorliegenden Akten aus dem Niedersächsischen Staatsarchiv Stade, Repositur 5 a Fach 270, Nr.68, Schwedisches Archiv 1646-1763 wurden in den Jahren 1685 bis 1687 in der Ersten Meile des Alten Landes in Twielenfleth im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit um die Bewirtschaftung eines Deiches verfasst. Read the rest of this entry »

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Klärung von Wissens- und Verständnisdefiziten

Anschließend sollen in diesem Abschnitt Auffälligkeiten und Besonderheiten des Quellenbefundes vorgestellt werden. Es soll weiterhin den bei der bisherigen Quellenuntersuchung auftretenden Unklarheiten und inhaltlichen Fragen gezielt nachgegangen werden, um Wissensdefizite zu beseitigen und die Aussagen der Quellen genauer in den historischen Kontext des späten 17. Jahrhunderts einordnen zu können. Read the rest of this entry »

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Die Gesellschaft steht vor Herausforderungen, die schwerwiegende Auswirkungen nach sich ziehen könnten. Viele Jahre dachte kaum jemand an Umweltschutz und Nachhaltigkeit, obwohl die Natur Jahrhunderte zuvor als zentrales Gut der Ökonomie angesehen wurde. Industrialisierung und Globalisierung veränderten die Denkweisen. Nun müssen wir neue entwickeln, um der Zukunft begegnen zu können. Read the rest of this entry »

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Nachdem die Industrialisierung die Gesellschaft grundlegend wirtschaftlich ausgerichtet hatte, traten die ökologischen Auswirkungen menschlichen Handelns erst in den 70er Jahren des 20 Jh. wieder in den Fokus öffentlicher und wissenschaftlicher Diskussionen. Ausgelöst wurde die Debatte u. a. durch den Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome. In diesem Dokument wurde erstmalig  die These aufgestellt, dass wirtschaftliches Wachstum auf Grundlage natürlicher Ressourcen nicht endlich sein könne.1 Read the rest of this entry »

  1. Vgl. Jörrison 1999. S. 13.
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Dem Beginn der Weimarer Zeit waren die Niederlage des Deutschen Kaiserreiches unter Wilhelm II. im Ersten Weltkrieg gegen die Alliierten und das Waffenstillstandsersuchen am 4. Oktober 1918 vorausgegangen. Deutschland war zu diesem Zeitpunkt sowohl in politischen, wirtschaftlichen, sozialen als auch in finanziellen Belangen an einem existenzbedrohenden Tiefpunkt angelangt. Durch den Versailler Vertrag von 1919 verpflichtete sich Deutschland zu Reparationszahlungen an die Alliierten, zur Abtretung von Gebieten und zur Abrüstung des Militärs. Read the rest of this entry »

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Im Mittelpunkt dieser schriftlichen Ausarbeitung soll die Untersuchung der Darstellungsweisen des Herrschers  Heinrich II. in der Vita Meinwerci stehen. Die Herrscherpersönlichkeit war der letzte Vertreter der Herrscherdynastie der Ottonen im ostfränkischen Reich, die, als Nachfolger der sächsischen „Liudolfinger“, ab dem 10. Jahrhundert „Könige und Kaiser sächsischer Herkunft“ hervorbrachte, die mit dem Herrschaftsanspruch regierten, dass „Gott selbst sie […] zur Königsherrschaft und zum Kaisertum berufen hatte“1. Das Großreich der Ottonen bildete sich im 10. Jahrhundert durch die Verschmelzung des Königreichs Lothringen mit dem ehemaligen ostfränkischen Reich und ab 961 mit dem italischen Königreich. Read the rest of this entry »

  1. Vgl. Keller, Hagen: Die Ottonen (Beck’sche Reihe), München 2008. S. 16-17.
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