“Our organization had no extermination plan. It inflicted their punishment on individuals who had been tried in absencia and found guilty of mass murder. Armenian traitors topped our list. “
(Arshavir Shiragian)

Armenien und die Schmach des Vergessens

Operation Nemesis war eine geheime armenische Terrororganisation, die sich zum Ziel setzte, alle für den Völkermord an den Armeniern Verantwortlichen zu suchen und zu töten.  Die Operation dauerte insgesamt von 1920 bis 1922 und konnte viele Hauptschuldige des Genozids aber auch armenische Verräter und Verleumder fassen und töten.

Der Name der Organisation bezieht sich auf die griechische Göttin des gerechten Zorns oder der gerechten Vergeltung.

Der armenische Genozid

Der armenische Völkermord war ein systematisch durchdachter und durchgeführter Massenmord des Osmanischen Reiches am armenischen Volk während des 1. Weltkrieges. Im engeren Sinn versteht man darunter die Massaker der Jungtürken1 in den Jahren von 1915 bis 1917. Bei den größten Massakern und Todesmärschen kamen etwa 300.000 bis zu über 1,5 Millionen Armenier ums Leben.2]

Schon 1894-96 wurden unter Sultan Abdul Hamid II. Pogrome mit ca. 300 000 armenischen Opfern verübt. Die systematische Ausrottung sollte allerdings erst später folgen. Dafür war der Hintergrund des 1. Weltkrieges für die Jungtürken günstig. Im April 1915 gab Talaat Pascha, Großwesir und Innenminister des Osmanischen Reiches, den Anstoß zu einer Vernichtungskampagne mit der Anweisung: „Ermordet ohne jegliche Rücksicht jede armenische Frau, Kind und Mann.“3 Daraufhin wurden Kirchen und Dörfer ausgeplündert und angezündet. 24.000 Opfer waren zu beklagen.

Am 24. April 1915 wurden 250 armenische Intellektuelle gefangen genommen und hingerichtet. Dieser Tag wird heute als Beginn des systematischen Völkermordes angesehen. Am 27. Mai 1915 wurde von der Regierung das sogenannte Deportationsgesetz erlassen, in dem die Sicherheitskräfte angewiesen wurden, Armenier einzeln oder in Gruppen zu deportieren.

Bis Juli 1915 wurden die meisten Armenier zunächst in ihren Hauptsiedlungsgebieten an einigen Orten konzentriert und dort entweder gleich von türkischen Polizisten, Soldaten oder kurdischen Hilfstruppen ermordet oder aber auf Todesmärsche über unwegsames Gebirge in Richtung Aleppo geschickt. Dies war der Beginn von Zwangsdeportationen und Massenfolterungen. Fortgesetzte Massaker, Not und Hunger führten zu weiteren Opfern. Von Umsiedlungen, wie vorher von Talaat Pascha und anderen jungtürkischen Führern angedeutet, sprach zu der Zeit niemand mehr.

1916 wurden in nur 47 Tagen 364.500 von insgesamt 486.000 Armeniern getötet. Der deutsche Diplomat Wilhelm von Radowitz berichtete damals, dass 1,5 Millionen Armenier deportiert worden waren und davon nur noch knapp 325.000 am Leben wären.

In den letzten Tagen des 1. Weltkriegs wurde noch mal vom Kriegsminister Enver Pascha ein drei Tage andauerndes Massaker an den Armeniern verübt- mit 30.000 Toten.4

 

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Empfohlene Zitierweise: Goździelewska, Agnieszka (2009): Operation Nemesis (I). In: JBSHistoryBlog.de. URL: http://jbshistoryblog.de [Zugriff: DD:MM:YYYY]

 


Bibliographie:

 

  1. Anm.: Auch bekannt als das Komitee für Einheit und Fortschritt (İttihat ve Terakki Cemiyeti)
  2. Manutscharjan, Aschot: Armenier fordern Anerkennung des Genozids. Der organisierte Massenmord zwischen 1915 und 1923 ist präzise dokumentiert, URL: http://www.welt.de/print-welt/article666868/Armenier_fordern_Anerkennung_des_Genozids.html [Abrufdatum: 29.12.2009
  3. Siehe Hosfeld, Rolf. Operation Nemesis. Köln 2005. S. 154.
  4. Anm.: Alle Opferzahlen stammen aus folgender Quelle:  URL: theforgotten.org, 1999-2002
    (Abrufdatum: 05.12.2009).
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