Posted by: JBluemel in Mittelalter, Ottonen No Comments »

Im Mittelpunkt dieses Artikels soll die Darstellungsweise des Herrschers Otto III.  in der Vita Bernwardi stehen. Die Herrscherpersönlichkeit war der vorletzte Vertreter der Herrscherdynastie der Ottonen im ostfränkischen Reich, die, als Nachfolger der sächsischen „Liudolfinger“, ab dem 10. Jahrhundert „Könige und Kaiser sächsischer Herkunft“ hervorbrachte, die mit dem Herrschaftsanspruch regierten, dass „Gott selbst sie […] zur Königsherrschaft und zum Kaisertum berufen hatte“1. Das Großreich der Ottonen bildete sich im 10. Jahrhundert durch die Verschmelzung des Königreichs Lothringen mit dem ehemaligen ostfränkischen Reich und ab 961 mit dem italischen Königreich. Read the rest of this entry »

  1. Siehe Keller, Hagen: Die Ottonen (Beck’sche Reihe), 4. Auflage. München 2008. S. 16-17.
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In der als „Jahrhundertdebatte“1 bekannten Kontroverse um den Charakter der antiken Wirtschaft, die in ihren Anfängen vom Historiker und Altphilologen Karl Bücher und dem gegen seine Thesen argumentierenden Althistoriker Eduard Meyer begonnen wurde, stehen sich zwei Lager gegenüber, die grundsätzlich gegenteilige Positionen in der Frage nach den Grundzügen der antiken (römischen) Wirtschaft einnehmen. Auf der einen Seite stehen die „Primitivisten“2, die der Auffassung sind, die antike Wirtschaft war generell unterentwickelt und durch soziale, wie politische Gegebenheiten beeinflusst, der Handel lediglich Austausch von Luxusgütern und die Mentalität der Eliten jeden Fortschritt in Technik und Produktion verhindernd. Auf der anderen Seite stehen die sogenannten „Modernisten“3, die ein außergewöhnlich modernes Bild der antiken Wirtschaftsabläufe zeichnen, in dem der Handel als Reichtumsquelle vergleichbar mit Strukturen der ökonomischen Entwicklungen im 19.Jahrhundert wirkt. Read the rest of this entry »

  1. Siehe Tschirner, M.: Moses I. Finley. Studien zu Leben, Werk und Rezeption. Marburg 1994, S.37.
  2. Siehe Drexhage, H.-J.; Konen, H.; Ruffing, K.: Die Wirtschaft des Römischen Reiches (1. – 3. Jahrhundert). Eine Einführung. Berlin 2002, S.19.
  3. Ebd., S. 19.
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Rostovtzeffs Modernismus und Finleys Gegenargumente

„Das in seiner Wirkung stärkste Konzept der antiken Wirtschaft ist indes das von M.I. Finley […]“1 , der mit seinen Sichtweisen etliche modernistische Argumente bloßstellte. Doch betrachten wir zunächst seinen „Hauptrivalen“, Michail Rostovtzeff. Dieser Vertreter des Modernismus wendet sich nicht nur gegen die von den Primitivisten postulierte Stufenentwicklung, sondern auch gegen jedwede Theoretisierung der Geschichtswissenschaften. Er wirft Weber vor, dass dieser die Quellen falsch bearbeitet habe und wendet sich stark gegen die Tatsache, dass primitivistische Theorien dazu tendieren nicht auf alle Abschnitte der Antiken Welt einzugehen. Rostovtzeff betont das Bürgertum und sieht es als bloße Spekulation, dass die geschlossene Hauswirtschaft vorherrschend war. Auch in der Methodik hebt sich Rostovtzeff in modernistischer Tradition ab. Durch das Sammeln von Quellen geht er gegen die Konstruktion eines jeden Idealtypus vor, weil er in den Quellen ein besseres Abbild der Realität erkennt, als es jede Theorie sichtbar machen kann.2 Read the rest of this entry »

  1. Siehe Drexhage, H.-J.; Konen, H.; Ruffing, K.: Die Wirtschaft des Römischen Reiches (1. – 3. Jahrhundert). Eine Einführung. Berlin 2002, S. 20
  2. Vgl. Tschirner, M.: Moses I. Finley. Studien zu Leben, Werk und Rezeption. Marburg 1994, S. 69 ff.
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