Posted by: JBluemel in Deutscher Orden, Mittelalter 3 Comments »

Zur Zeit des Hochmittelalters herrschte die allgemein verbreitete Denkweise, dass die Herrschaftsbildung und der Erwerb von Besitztümern in einem heidnischen Gebiet durch christliche Herrscher sowie Ritter und Adlige dazu dienten, dort die christliche Mission voranzutreiben und zu schützen und alle Widerstände gegen das Christentum zu beseitigen. So sollte der „weltliche Arm“, das heißt militärische und politische Mittel die Ausbreitung des Christentums vorantreiben. Mit der Bewältigung dieser Aufgaben waren Ritterorden wie der Deutsche Orden betraut, die im Heiligen Land gegründet worden waren.1

So kam es im Jahre 1147 dazu, dass erstmals erwogen wurde, das ursprüngliche Vorhaben der Kreuzzugsidee, nämlich die Verteidigung des Christentums bzw. die Wiedergewinnung heiliger Stätten in Jerusalem, auf die Gebiete der Heiden in den Gebieten wie Brandenburg, Mecklenburg und Pommern zu übertragen. Bei dieser Adaption der Kreuzzugsidee ging es darum, einen „religiös verdienstlichen Heidenkampf[…]“2 für die „Wiedererlangung christlicher Besitzrechte oder zum Schutze der Kirche oder der Christen“3 gegen die als heidnisch bezeichneten Völker in nordosteuropäischen Gebieten zu führen. Ursprünglich musste ein, im Sinne des von Kirchenvater Augustinus von Hippo ausgerufener, „gerechter Krieg“ „im Namen und auf Anordnung einer legitimen Autorität“4 wie z.B. dem Papst oder dem Kaiser ausgerufen werden. Weiterhin musste dem heiligen Krieg ein gerechter Kriegsgrund wie eine Unrechtshandlung des Gegners zugrundeliegen und gute Absichten mussten mit der Ausübung des Krieges verbunden sein.5

Im folgenden Artikel soll der heutige Forschungsstand über das Kriegswesen des Deutschen Ordens in Preußen, Livland vorgestellt werden.

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  1. Vgl. Boockmann, Hartmut: der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte. München 1981. S. 73ff. ; Labuda, Gerard: Teil 2. Entstehung und Entwicklung des Deutschordensstaates in Preussen, in: Biskup, Marian / Labuda, Gerard: Die Geschichte des Deutschen Ordens in Preußen. Wirtschaft – Gesellschaft – Staat – Ideologie. Osnabrück 2000. S. 115.
  2. Siehe Boockmann 1981. S. 74.
  3. Siehe Riley-Smith, Jonathan, s.v. Kreuzzug, in TRE 20. S. 1.
  4. Siehe Riley-Smith, Jonathan, s.v. Kreuzzug, in LMA 5, S. 1508.
  5. Vgl. Riley-Smith, Jonathan, s.v. Kreuzzug, in LMA 5, S. 1508.
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