Es wurde keine Biographie über Sueton (bürgerlich: Gaius Tranquillus Suetonius) verfasst, seine Lebensdaten lassen sich nur „aus seinen eigenen Werken sowie aus einigen Briefen des jüngeren Plinius erschließen.“1 Laut einer 1953 gefundenen Inschrift ist Sueton zwischen 70 und 75 n. Chr. in Hippo Regius geboren, welches im heutigen Algerien liegt. Er starb um 140 n. Chr.

Sueton hatte durch seinen ritterlichen Familienstand und die guten Verbindungen seines Großvaters und Vaters stets engen Kontakt zum politischen Machtzentrum des römischen Reiches. Dazu kam, dass er mit seiner Familie in Rom wohnte, also unmittelbar im Zentrum des Geschehens des römischen Reiches. Im Jahre 121 n. Chr. fiel Sueton jedoch bei Kaiser Hadrian in Ungnade, weil er mit einer Intrige am römischen Hof in Verbindung gebracht wurde.

Unter Kaiser Trajan führte Sueton die Funktion des Redners und Anwalts am römischen Hof aus, später stieg er zum Kanzleichef unter Kaiser Hadrian auf. Dadurch erlangte Sueton hohen politischen Einfluss und es verschaffte ihm freien Zugang zu allen existierenden Schriften und Lehren des römischen Reiches. Sueton benutzte im Wesentlichen dieselben Quellen wie Tacitus (Cluvius, Rufus, d. Ä., dazu Archivmaterial und Privatbriefe der Kaiserfamilien).

Sueton war zudem befreundet mit Plinius.2 Dieses Privileg ermöglichte es Sueton seine Schriften wie die „Kaiserviten von Caesar – Domitian“ sowie weitere Werke, Biographien und Enzyklopädien über Zoologie, Botanik und Kosmologie3 zu verfassen. Speziell die „Kaiserviten“ enthielten für damalige Verhältnisse sehr untypische Abhandlungen über die Laster und Skandale der jeweiligen Kaiser. Es wurde als Unterhaltungs- Skandalliteratur abgewertet. Mit den beiden Dekadenzlinien (von Caesar bis Nero, von Vespasian bis Domitian geschichtsphilosophische Ziele, möchte Sueton darauf hinweisen wie schnell das Amt des Kaisers instrumentalisiert und für die eigenen Zwecke missbraucht werden kann, wie beim Kaiser Nero.4

Das heute wohl bekannteste Werk von Sueton ist: „De vita Caesarum“. Bis auf die ersten sechzehn Lebensjahre des C. Iulius Caesars sind die 12 Biographien (von Caesar bis Augustus) vollständig erhalten und „eine wichtige Quelle für die späte römische Republik und den Beginn der Monarchie.“5]

Laut Dietmar Schmitz6 lässt Sueton sich in seinem individuellen Sprachstil, welcher in seinen Schriften hervorkommt, in die damalige Kunstprosa des Asianismus einordnen, der zu einer „manieristisch-schwülstigen“7 Ausdrucksweise tendiere. Ganz im Gegensatz der Gegenbewegung des Archaismus, welcher auf eine Reformierung der Sprache abzielte, enthält Suetons Schreibstil weniger Eleganz als die eines Ciceros oder Caesars. Es enthält viele syntaktische Wiederholungen (cum-Sätze) und viele Sätze mit einfachen Konnektoren wie autem (deutsch: aber), welches seinen Stil nicht verschönert, aber der Worttreue dienen soll. Des Weiteren bemühte sich Sueton, neben seiner Verwendung eines großen Wortschatzes, in der Verfassung seiner Schriften, um die Exaktheit und Kürze von Formulierungen.

Blümel, Jonathan (2015): Das Leben des Gaius Tranquillus Suetonius  (Sueton) In: JBS History Blog.de. URL: http://jbshistoryblog.de [Zugriff: DD:MM:YYYY]

Bibliographie:

  1. Siehe: Schmitz, Dietmar: Die Kaiserviten des C. Suetonius Tranquillus. 1. Buch Julius Caesar. Stuttgart 1999. S. 181.
  2. Vgl.: Lexikon der Antike, Wiesbaden 1977. S. 551.
  3. Leuschner, Hans: Der Mensch in der Geschichte, Götter, Denker und Caesaren. Die Grosse Zeit der Antiken Welt. München 1999. S. 256.
  4. Vgl. DNP 11. Stuttgart 2002. S. 1085/1086.
  5. Vgl. http://www.stefan.cc/geschichte/autoren/sueton.html [Zugriff: 12.01. 2015)
  6. Vgl. Schmitz, Dietmar. Stuttgart 1999. S. 182.
  7. Siehe Schmitz, Dietmar. Stuttgart S. 182.
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