Anknüpfend an die Darlegungen des Artikels: Die Kontroverse über den Charakter der antiken Wirtschaft soll die vom Vesuvausbruch zerstörte und wieder ausgegrabene kampanische Stadt Pompeji in den Zusammenhang der „Jahrhundertdebatte“1 eingeordnet werden. Es soll durch Beispiele verdeutlicht werden, inwiefern die These, dass  der Charakter der Römischen Wirtschaft eher dem Bild der Primitivisten ähnelt , auf Pompeji zutrifft und es muss die Frage geklärt werden, inwieweit Pompeji als Konsumentenstadt, was eher der primitivistischen Sichtweise entspräche, und inwieweit als Produzentenstadt, fungierte. Read the rest of this entry »

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In der als „Jahrhundertdebatte“1 bekannten Kontroverse um den Charakter der antiken Wirtschaft, die in ihren Anfängen vom Historiker und Altphilologen Karl Bücher und dem gegen seine Thesen argumentierenden Althistoriker Eduard Meyer begonnen wurde, stehen sich zwei Lager gegenüber, die grundsätzlich gegenteilige Positionen in der Frage nach den Grundzügen der antiken (römischen) Wirtschaft einnehmen. Auf der einen Seite stehen die „Primitivisten“2, die der Auffassung sind, die antike Wirtschaft war generell unterentwickelt und durch soziale, wie politische Gegebenheiten beeinflusst, der Handel lediglich Austausch von Luxusgütern und die Mentalität der Eliten jeden Fortschritt in Technik und Produktion verhindernd. Auf der anderen Seite stehen die sogenannten „Modernisten“3, die ein außergewöhnlich modernes Bild der antiken Wirtschaftsabläufe zeichnen, in dem der Handel als Reichtumsquelle vergleichbar mit Strukturen der ökonomischen Entwicklungen im 19.Jahrhundert wirkt. Read the rest of this entry »

  1. Siehe Tschirner, M.: Moses I. Finley. Studien zu Leben, Werk und Rezeption. Marburg 1994, S.37.
  2. Siehe Drexhage, H.-J.; Konen, H.; Ruffing, K.: Die Wirtschaft des Römischen Reiches (1. – 3. Jahrhundert). Eine Einführung. Berlin 2002, S.19.
  3. Ebd., S. 19.
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Rostovtzeffs Modernismus und Finleys Gegenargumente

„Das in seiner Wirkung stärkste Konzept der antiken Wirtschaft ist indes das von M.I. Finley […]“1 , der mit seinen Sichtweisen etliche modernistische Argumente bloßstellte. Doch betrachten wir zunächst seinen „Hauptrivalen“, Michail Rostovtzeff. Dieser Vertreter des Modernismus wendet sich nicht nur gegen die von den Primitivisten postulierte Stufenentwicklung, sondern auch gegen jedwede Theoretisierung der Geschichtswissenschaften. Er wirft Weber vor, dass dieser die Quellen falsch bearbeitet habe und wendet sich stark gegen die Tatsache, dass primitivistische Theorien dazu tendieren nicht auf alle Abschnitte der Antiken Welt einzugehen. Rostovtzeff betont das Bürgertum und sieht es als bloße Spekulation, dass die geschlossene Hauswirtschaft vorherrschend war. Auch in der Methodik hebt sich Rostovtzeff in modernistischer Tradition ab. Durch das Sammeln von Quellen geht er gegen die Konstruktion eines jeden Idealtypus vor, weil er in den Quellen ein besseres Abbild der Realität erkennt, als es jede Theorie sichtbar machen kann.2 Read the rest of this entry »

  1. Siehe Drexhage, H.-J.; Konen, H.; Ruffing, K.: Die Wirtschaft des Römischen Reiches (1. – 3. Jahrhundert). Eine Einführung. Berlin 2002, S. 20
  2. Vgl. Tschirner, M.: Moses I. Finley. Studien zu Leben, Werk und Rezeption. Marburg 1994, S. 69 ff.
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In vino veritas. Welch hohe gesellschaftliche Bedeutung dem Weinkonsum im Römischen Reich beigemessen wurde und welche Wichtigkeit das Weingewerbe und die Weinproduktion in der Wirtschaft des Römischen Reiches besaßen, lässt sich aus heutiger Sicht in der Untersuchung einzelner Regionen aus dem Römischen Reich mit ihren archäologischen Funden und literarischen Hinweisen, anschaulich betrachten. Read the rest of this entry »

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