Man geht nach dem heutigen Forschungsstand davon aus, dass im Norddeutschen Raum um 1800 periodisierende Berichterstattungen und Informationsaustausch über die Französische Revolution in allen gesellschaftlichen Gruppierungen stattgefunden haben. Ein wichtiger Informationskanal für die Berichterstattung der Geschehnisse aus Frankreich war das Pressewesen, das mit der regelmäßigen Publizierung von Zeitschriften, Journalen, Wochenblättern, Intelligenzblättern sowie weiteren Schriften, breite Bevölkerungskreise mit aktuellen Informationen erreichte.

Die Zeitungen und regelmäßig erscheinenden Schriften im norddeutschen Raum hatten schon um 1800 die höchsten Auflagezahlen und sprachen vor allem die Gesellschaftsstände der Bauern, dem städtischen Bürgertum und dem gehobenen Bürgertum an. Laut einem Bericht in dem Bremer „Geographisch-historischen Wochenblatt zur Erläuterung der Begebenheiten des Tages“ wurde das Medium der Zeitung um 1800 vom Leser als äußerst lehrreich und zugleich unterhaltend wahrgenommen.1 Zeitungsleser konnten demnach Informationen und Berichte beziehen, die sie an wichtigen Ereignissen in anderen Ländern teilhaben ließen. Read the rest of this entry »

  1. Vgl. Möllney, Ulrike: Norddeutsche Öffentlichkeit und Französische Revolution, in: Böning, Holger: Französische Revolution und deutsche Öffentlichkeit – Wandlungen in Presse und Alltagskultur am Ende des 18. Jahrhunderts (Deutsche Presseforschung Band 28). München 1992. S. 151f.
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In der Ausgabe des „Altonaischen Mercurius“, No. 150 vom Dienstag, den 18. September schreibt wiederum ein unbekannter Korrespondent einen Bericht aus Paris vom 10. September 1792. Der Verfasser führt das Schreiben ein, indem er berichtet wie Staatsgefangene aus Orleans in das Gefängnis in Versailles („Menagerie“) überführt werden sollten. Sie wurden aber vom wütenden Volk bedrängt und ermordet. Der Schreiber berichtet, dass „Hier in der Haupstadt, wosselbst viele unserer ehemaligen Excellente als Spione von den auswärtigen Armeen angekommen seyn sollen, hat die Municipalität binnen 2 Tage 120 verdächtige Personen arrestieren lassen.“ Auffällig ist hier, dass der Autor des Schreibens aus der Sicht derer die „gemeinschaftlich für Sicherheit der Personen und des Eigenthums“ sorgen wollen, berichtet. Diese erleben wie ganze Familien „besonders vom wohlhabenden Teile der Einwohner“ aus Paris fortziehen. Diese „harte Auswanderung“ und die Auswandernden sah der Autor verantwortlich für die sich vermutlich damals anbahnende Zerstörung von Paris. Weiterhin stellt er die „eifrigen Jacobiner“ dar, die behaupteten den Feind mit „60000 Franzosen“ von der Hauptstadt abhalten zu können. Der Feind stellte vermutlich die auswärtigen Armeen dar, die nach Paris Spione geschickt haben sollen.1 Read the rest of this entry »

  1. Siehe: Aus einem Schreiben aus Paris, vom 10. September, 1792 in: Altonaischer Mercurius, No. 150 vom Dienstag, den 18. September. Erschienen in: Altonaischer Mercurius 1792, Band 2.  S. 2058-2061.(SUB Hamburg, Signatur X/1991)
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