Man geht nach dem heutigen Forschungsstand davon aus, dass im Norddeutschen Raum um 1800 periodisierende Berichterstattungen und Informationsaustausch über die Französische Revolution in allen gesellschaftlichen Gruppierungen stattgefunden haben. Ein wichtiger Informationskanal für die Berichterstattung der Geschehnisse aus Frankreich war das Pressewesen, das mit der regelmäßigen Publizierung von Zeitschriften, Journalen, Wochenblättern, Intelligenzblättern sowie weiteren Schriften, breite Bevölkerungskreise mit aktuellen Informationen erreichte.
Die Zeitungen und regelmäßig erscheinenden Schriften im norddeutschen Raum hatten schon um 1800 die höchsten Auflagezahlen und sprachen vor allem die Gesellschaftsstände der Bauern, dem städtischen Bürgertum und dem gehobenen Bürgertum an. Laut einem Bericht in dem Bremer „Geographisch-historischen Wochenblatt zur Erläuterung der Begebenheiten des Tages“ wurde das Medium der Zeitung um 1800 vom Leser als äußerst lehrreich und zugleich unterhaltend wahrgenommen.1 Zeitungsleser konnten demnach Informationen und Berichte beziehen, die sie an wichtigen Ereignissen in anderen Ländern teilhaben ließen. Read the rest of this entry »
- Vgl. Möllney, Ulrike: Norddeutsche Öffentlichkeit und Französische Revolution, in: Böning, Holger: Französische Revolution und deutsche Öffentlichkeit – Wandlungen in Presse und Alltagskultur am Ende des 18. Jahrhunderts (Deutsche Presseforschung Band 28). München 1992. S. 151f. ↩